Geschichte

Oberthal wird bereits seit dem 16. Jh. so genannt. Eine Erklärung ist allerdings nicht zu finden ("Das obere Tal"). Urkunden beweisen, dass die Besiedlung des Emmentals bis zum Jahre 1300 zur Hauptsache abgeschlossen war. Das Gebiet unserer Gemeinde - ursprüglich ein ausgeprägtes Waldland - wurde von den Alemannen nach dem ersten Jahrtausend in Besitz genommen. Sie rodeten den Wald und bauten auf sonnigen Eggen und sanften Hängen ihre Höfe. Flur- und Ortsnamen wie Schwanden, Reutegraben u.a. sind Zeugen von diesen Rodungen.


Die Bodengestalt und der Wasserreichtum unserer Gemeinde begünstigten die Einzelhofsiedlung. Im Pfrundbuch der Kirchgemeinde Grosshöchstetten aus dem Jahre 1544 sind schon folgende Höfe erwähnt: Möschberg (Mörsperg) mit 4 Häusern. Dieser Weiler wurde - nicht wie das übrige Gemeindegebiet dem Gericht Signau - sondern dem Stadtgericht Bern unterstellt. Wahrscheinlich weil oberhalb der Siedlung auf der Wacht ein Chutzen erstellt wurde, dem in Kriegszeiten eine militärische Bedeutung zukam. Im gleichen Kirchenbuch werden noch folgende Höfe genannt: Hargarten, Hüslibach, Buchmarsbuch, Alterswyl, Niederberg, Buch, Schwanden und die Ofenegg. Blasen wird schon 1465 als Lehenhof der Herren von Wil angeführt. Auf diesen Höfen lebte ein kräftiges, eigenständiges Bauerngeschlecht. Oft war das Einvernehmen mit der patrizischen Berner Regierung getrübt, so zur Zeit der Wiedertäufer, als Oberthaler des Landes verwiesen wurden, und im Bauernkrieg 1653.


Die Bewirtschaftung unseres Gebietes war bis ins 19. Jh. ganz auf Selbstversorgung ausgerichtet. Erst als nach 1820 die Talkäsereien entstanden und die Milchproduktion erhöhte Bedeutung erlangte, wandte sich die Landwirtschaft dem intensiven Futterbau zu. Bis zu diesem Datum stand der Körnerbau über der Milchwirtschaft. Dass sich die meisten Höfe in ihrer Grösse durch Jahrhunderte behaupten konnten, war die Folge des bernischen Erbgesetzes und vieler Verordnungen, die Hofteilungen möglichst verhinderten. Viele junge Oberthaler aus grossen Familien liessen sich als Söldner anwerben; so standen aus dem gleichen Hause 4 Brüder in den Niederlanden im Kriegsdienst: Eine Schattenseite dieser Politik.


Die Einzelhofsiedlung war dem Gewerbe wenig förderlich; immerhin sind schon früh eine Schmiede und eine Mühle am oberen Zäzibach nachweisbar. Stärker vertreten war das Kleingewerbe und das Handwerk, wo neben dem Schuhmacher, dem Schneider, dem Zimmermann und Hüttendeck auch Berufe genannt werden, die heute zum Teil gänzlich verschwunden sind, wie Schindelmacher, Dünkelbohrer, Glasträger, Nagelträger, Kachler und Geiselsteckenmacher.


Früher als die umliegenden Gemeinden beschloss Oberthal 1684 im Ofenhüsi auf dem Guggisberg ein eigenes Schulhaus einzurichten. Die Kinderzahl stand immer über derjenigen der anderen Gemeinden im Kirchspiel. So zählte man im Jahr 1818 in Oberthal 237 Kinder, gegenüber 188 in Zäziwil, 130 in Grosshöchstetten und 108 in Bowil (aus verschiedenen Quellen, zusammengestellt von H. Lehmann, Grosshöchstetten

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